Feste Fügungen

Im ersten Teil der Kolumne ging es um die Frage, inwieweit chengyu feste Fügungen sein müssen. Neben dem bereits erwähnten 溫故知新 wēngù-zhīxīn war auch 虎口余生 hŭkŏu-yúshēng ein Beispiel für ein chengyu, das eine relativ feste Fügung darstellt, d.h. weder kann man die Bestandteile vertauschen, noch einzelne Zeichen miteinander oder gegen andere austauschen.

Chengyu sind jedoch erst im Lauf der Zeit zu festen Fügungen geworden. Oft stammen sie aus der Literatur des chinesischen Altertums und fassen berühmte Textstellen zusammen. Da dies nicht immer wortwörtlich geschehen ist, können hier Varianten auftreten, die ich hier nach und nach besprochen habe. (Hier ist eine Übersicht.)

Dies beschließt den ersten Teil der Chengyu-Kolumne, zur Vorbereitung des zweiten Teils über die idiomatische Natur von Chengyu wird diese Kolumne eine kurze Sommerpause einlegen. In der Zwischenzeit würde ich mich jedoch über Kommentare und Anregungen jeder Art freuen.

Yin und Yang - alles im Gleichgewicht (9)

In der chinesischen Philosophie ist viel vom Gleichgewicht die Rede, von Yīn 阴 und Yáng 阳, die sich die Waage halten. Derlei Ideen tauchen schon in Texten wie dem Yìjīng 易经 auf, sind aber auch für die Gedanken des Taoismus (道家) wesentlich. Für dieses Prinzip gibt es natürlich auch ein passendes chengyu, und zwar 物极必反 wùjí-bìfăn. Dies besteht aus den folgenden Bestandteilen: 物 “Sache”,  极 “Spitze, Extrem, Gipfel, Höhepunkt”,   必 “notwendig(erweise)”, făn 反 ”in die Gegenrichtung umschlagen”, d.h. es bedeutet soviel wie “wenn eine Sache ihren Höhepunkt erreicht, schlägt ihr Kurs ins Gegenteil um”. Eine chinesischsprachige Freundin meinte zu mir, daß sie dieses chengyu nicht besonders mögen würde, weil es für sie den Beigeschmack haben würde, daß man im Leben ja nicht zu viel Spaß haben solle. Ein wenig erinnert das ja auch an die deutsche Weisheit, daß man aufhören soll, wenn es am schönsten ist.

Dieses chengyu ist nun auch sehr alt, und daher gibt es viele Quellen, und entsprechend viele verschiedene Varianten, so ähnlich wie bei dem chengyu vom umgefallenen Wagen. Bei diesem chengyu ist es jedoch so, daß jedes Zeichen ausgetauscht werden kann. Ich werde die wichtigsten Varianten kurz ansprechen (ich habe mich auf die Varianten beschränkt, die hier besprochen werden, es gibt sicherlich noch einige mehr, die noch seltener verwendet werden), wobei man im Hinterkopf behalten sollte, daß von 物极必反 wùjí-bìfăn die bei weitem wichtigste Version ist.   

Erstes Zeichen: 物 “Sache”

Eine Variante ist hier, “Sache” durch “Kraft, Macht”, nämlich shì 势, zu ersetzen: 势极则反 shìjí-zéfǎn, “wenn eine Kraft ihren Höhepunkt erreicht, dann wird sie eine Gegenrichtung einschlagen”. (Zu 则 s.u.) 

Zweites Zeichen: 极 “Höhepunkt”

Auch zum zweiten Zeichen gibt es eine Variante, nämlich zhì 至, was so viel wie “das Höchste” bedeutet: 物至而反 wùzhì-érfǎn “wenn die Sache ihr Höchstes erreicht, dann wird sie umschlagen”. (Zu ér 而 s. u.)

Eine weitere Variante ist mit shèng 盛 “aufblühen”, welches ich aber unter 4. behandele.

Drittes Zeichen: 必 “notwendigerweise”

Das dritte Zeichen   必 “notwendig(erweise)” kann auch durch eine Konjunktion ersetzt werden, wobei zwei zur Auswahl stehen, 则 “dann” sowie ér 而 “aber, und”. Ersteres impliziert einen Zusammenhang konditionaler Art “wenn A, dann B”, während letzteres erst mal lediglich eine zeitliche Abfolge beinhaltet “erst A, und dann (aber) B”, die aber dann häufig einen konditionalen oder kausalen Zusammenhang impliziert. Ob ein Kontrast gemeint ist, hängt hierbei auch von der beschriebenen Situation ab. Beispiele mit beiden hatte ich bereits unter 1. und 2. erwähnt, und auch unter 4. gibt es ein weiteres mit 则.

Auch in diese Rubrik fällt wùjí-bùfǎn 物极不反, “wenn eine Sachen ihren Höhepunkt erreicht, geht sie nicht mehr zurück”. Dies ist in keinem offiziellen Chengyu-Wörterbuch verzeichnet und ist wohl eher eine Art Wortspiel, wie in einem früheren Beitrag besprochen. Sozusagen für den Fall, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät.

物至则反 wùzhì-zéfǎn

Viertes Zeichen: fǎn 反 “gegensteuern”

Zunächst einmal wird statt fǎn 反 “die Gegenrichtung einschlagen” auch das gleichlautende fǎn 返 ”zurückkehren, umkehren”:  wùjí-bùfǎn 物极不返. Hier spielt sicherlich eine Rolle, daß beide Zeichen komplett gleich ausgesprochen werden und auch von der Form und Bedeutung her sehr ähnlich sind.

Eine weitere Variante nimmt shuāi 衰 “vergehen, nachlassen, zurückgehen” an vierter Stelle: 物极则衰 wújí-zéshuāi “wenn eine Sache ihren Höhepunkt erreicht, dann geht sie wieder ein”. Wenn man dann noch  shèng 盛 “aufblühen” an zweiter Stelle einwechselt, dann haben wir ein neues Gegensatz paar “aufblühen und vergehen”: 物盛则衰 wùshèng-zéshuāi “eine Sache blüht auf, und vergeht wieder”.

Beispiele

Zuguterletzt noch ein paar Anwendungsbeispiele:

然而任何事情都是物极必反,中石油在历经半年筑底之后,这一“亚洲最赚钱上市公司”终将带领大盘重返高地!
Rán’ér rènhé shìqíng dōu shì wùjí-bìfǎn, Zhōngshíyóu zài lìjīng bànnián zhùdǐ zhī hòu, zhè „Yàzhōu zuì
zhuànqián shàngshì gōngsī“ zhōng jiāng dàilǐng dàpán chóngfǎn gāodǐ!
Aber das Pendel schlägt bekanntlich wieder in die andere Richtung aus, nachdem der Tiefpunkt erreicht worden ist, und nachdem PetroChina(s Aktienkurs) sich ein halbes Jahr lang ausgependelt hat (筑底 zhùdǐ ist eine Lehnübersetzung des englischen Ausdrucks “establish a bottom”), wird „Asiens lukrativste Aktiengesellschaft“ schließlich entscheidend dazu beitragen, daß der Aktienindex (大盘 dàpán steht hier für den Shanghai-Aktienindex) wieder in alte Höhen zurückfindet.

现在世局虽然混乱,但是物极必反,总有一天会天下太平的。
xiànzài shìjú suīrán hùnluàn, dànshì wùjí-bìfǎn,zǒngyǒu yītiān huì tiānxià tàipíng de.
Zwar versinkt die Weltpolitik zur Zeit im Chaos, aber dies wird sich umkehren, eines Tages wird Frieden auf der Welt herrschen.

物极必反,错误成了堆,光明就会到来。
wùjí-bìfǎn, cuòwù chéng le duī, guāngmíng jiù huì dàolái.
In dieser Situation konnte Es nur noch besser warden (i.S.v. wir hatten den Tiefpunkt erreicht), nachdem wir eine Menge an Fehler angehäuft hatten, war das Licht am Ende des Tunnels schon zu sehen (wörtlich „das Licht würde gleich kommen“)
(Aus den Schriften von Mao Zedong zur Geschichte der Kommunistischen Partei 《我们党的一些历史经验》)

Der Gelbe Fluß fühlt sich klein und unbedeutend (8)

Eine Geschichte aus dem daoististischen Werk des Zhuangzi. Es war die Zeit der Herbstfluten, und hunderte kleinere Ströme flossen in den einen großen ,  den Gelben Fluss, der so aufgeschwollen war, dass man von einem Ufer nicht mehr ausmachen konnte, ob auf der anderen Seite ein Ochse oder ein Pferd stand. Der Geist des Gelben Flusses erfreute sich des Spektakels und dachte, es gäbe nichts Gewaltigeres auf der Welt als ihn.

Dann folgt er aber dem Flusslauf nach Osten und kommt ans Nordmeer (heute Bóhăi 渤海genannt). Er schaut nach Osten, kann aber nicht ausmachen, wo das Wasser des Meeres anfängt. Daraufhin ließ er seinen Blick über die Weite des Meeres schweifen und seufzte in Richtung Ruò (dem Geist des Nordmeeres): wie der Volksmund sagt: ‚wer hundertmal das Dào gelernt hat, glaubt, dass er einzigartig (in seinem Wissen über das Dao) ist‘. Dies wurde  auch von mir gesagt‘.     

順流而東行,至於北海,東面而視,不見水端,於是焉河伯始旋其面目,望洋向若而歎,曰:野語有之曰聞道百,以為莫己若者,我之謂也。

Hieraus leitet sich das Chengyu 望洋兴叹 wàngyáng-xīngtán ‚das Meer sehen und seufzen‘ ab. Ein sehr schönes Beispiel dafür für die idiomatische Natur von manchen chengyu: 望洋兴叹 wàngyáng-xīngtán bedeutet im modernen Chinesisch eben nicht, was die Bedeutung der einzelnen Zeichen erwarten ließe: wàng ‚erblicken‘, yáng ‚Meer‘, xīng hier ‚ergriffen, bewegt‘, tàn ‚seufzen‘, was  also eine Interpretation nahelegen würde, dass man ergriffen von dem Anblick des Ozeans einen Seufzer ausstößt. Statt dessen bedeutet das Chengyu, dass man sich klein und unbedeutend angesichts der Weite des Meeres fühlt. Im übertragenen Sinne bedeutet dies im modernen Chinesisch, dass man sich einer Aufgabe nicht gewachsen fühlt (und dies kundtut), bzw. dass man sich machtlos und frustriert fühlt. Wenn man den Hintergrund kennt, dann wird dies auch klarer.

Die Geschichte geht aber noch -weiter. Nicht nur sieht der Gelbe Fluss ein, dass er vorher hochnäsig gewesen ist, sondern Ruo, der Geist des Nordmeeres, setzt hier noch einen drauf, und vergleicht den Gelben Fluss mit dem Frosch im Brunnen, von dem in einem der früheren Beiträge von Anne M. die Rede war und was ja soviel wie ‚bornierte Person mit beschränkter Sichtweise‘ bedeutete:

Ruo vom Nordmeer sprach: „man kann nicht mit dem Frosch im Brunnen über das Meer reden, denn er ist auf seinen Lebensraum beschränkt; man kann nicht mit dem Sommerkäfer über das  Eis reden, denn er ist auf seine Lebenszeit beschränkt; man kann mit einem Gelehrten mit beschränkter Sichtweise nicht über das Dao reden, denn er ist auf das, was er gelernt hat, beschränkt.‘

北海若曰:井蛙不可以語於海者,拘於虛也;夏蟲不可以語於冰者,篤於時也;曲士不可以語於道者,束於教也。

Dann erzählt Ruo noch, wie toll er ist, bevor die beiden dann in eine philosophische Diskussion eintreten, die besser hier (Quelle und englischsprachige Übersetzung) nachzulesen ist. Ich hatte am Anfang der Serie geschrieben, dass Chengyu feste Fügungen sind, um dann immer wieder Abweichungen von der Regel vorzustellen. Heute will noch eine weitere Quelle von Abweichungen vorstellen: Sprachspiele. Wenn es passt, dann kann man durchaus kreativ mit den Elementen von Chengyu spielen, um dann neue Ad-Hoc-Wendungen zu schaffen.

Z.B. kann man aus望洋兴叹 wàngyáng-xīngtàn  das 洋 yáng austauschen und sozusagen genauer bestimmen, warum man frustriert ist:  望书兴叹 wàngshū-xīngtàn, 望路兴叹 wànglù-xīngtàn, 望肉兴叹 wàngròu-xīngtàn, 望车兴叹 wàngchē-xīngtàn. Der Zusammenhang muss stimmig sein, dass die Frustration etwas mit 书,路,肉,车 zu tun hat, und voilà wir haben ein Wortspiel!

Ein weiteres Beispiel führt uns zu einem Chengyu aus einem früheren Beitrag zurück, 揠苗助长 ”dem Getreide beim Wachsen helfen, etwas durch übermäßigen Enthuasiasmus verderben”. Nun gibt es ein Video auf Youtube, auf der eine Großmutter ihrem Enkelkind bei den ersten Gehversuchen helfen will, was aber nicht so gut klappt: 揠苗助走 (ich vermute, dass die Sprache im Video Taiwanesisch ist, ein Dialekt des Südlichen Min, auch als Hokkienesisch bekannt). 

Neubiene - Wie heissen sie, bitte?

Die erste Zeile klingt uebersetzt geholpert und gestolpert. Denn woertlich muesste es heissen “Dürfte ich fragen: Wie ist Ihr ehrenwerter Name?” Sagt aber keiner. Also habe ich mich fuer die immer noch etwas altertuemliche Variante entschieden, die aber ziemlich gut passt. Verbesserungsvorschläge bitte in die Kommentarspalte.

A 请问,您贵姓?
qǐngwèn, nín guì xìng?
Entschuldigung, wie war der teure Name?
B 我姓王。你呢?
wǒ xìng Wáng. nǐ ne?
Ich heiße Wang. Und Sie?
A 我也姓王。我是北京人。
wǒ yě xìng Wáng. wǒ shì Běijīng rén.
Ich heiße auch Wang. Ich bin Pekinger.
B 我是纽约人。
wǒ shì Niǔyuē rén.
Ich bin New Yorker.
请问 qǐngwèn Darf ich fragen …
ich
nín Sie
贵姓 guì xìng Nachname (lit: ehrenwerter Nachname)
xìng Nachname
Wáng Wang
你呢 nǐ ne Und selbst?
auch
shì sein
北京人 Běijīng rén Pekinger
纽约人 Niǔyuē rén New Yorker

Ergänzendes Vokabular

jiào heißen
名字 míngzi Name
国家 guójiā Heimatland
哪里 nǎli wo
中国 Zhōngguó China
美国 Měiguó USA
英国 Yīngguó England
法国 Fǎguó Frankreich
德国 Déguó Deutschland
日本 Rìběn Japan
韩国 Hánguó Korea
加拿大 Jiānádà Kanada
墨西哥 Mòxīgē Mexiko
印度 Yìndù Indien
上海 Shànghǎi Shanghai

Neubiene - Lehrer und Schüler

Peinlich peinlich, dieser heutige Dialog, aber es ist schon was dran, der Alterungsprozess bei chinesischen Frauen scheint in den Jahren 20 bis 40 komplett zum erliegen zu kommen. :)

A 你是陈小姐吗?
nǐ shì Chén xiǎojie ma?
Du bist Fräulein Chen?
B 是。
shì.
Ja.
A 你是学生吗?
nǐ shì xuésheng ma?
Du bist Schülerin?
B 不是,我是老师。
bù shì, wǒ shì lǎoshī.
Nein, ich bin Lehrerin.

Vokabular

du
ich
shì sein
nicht
ma Fragepartikel
Chén Chen
小姐 xiǎojie Ms.
学生 xuésheng Schüler/Student
老师 lǎoshī Lehrer

Ergaenzendes Vokabular

先生 xiānsheng Herr (wird nach dem Namen gebraucht)
学习 xuéxí lernen
学校 xuéxiào die Schule
大学 dàxué die Universität (gebräuchliche Abkürzung)
大学生 dàxuéshēng der Student
工作 gōngzuò die Arbeit

Gaeste - oder - Das erste Mal … auf Chinesisch

Letzten Samstag hatten wir Gäste daheim, und zum ersten Mal hieß die Devise: Alle auf Chinesisch reden.

Blut und Wasser habe ich geschwitzt. Dafür, dass aber niemand echte Erwartungen an mein Chinesisch hatte, ging es ganz gut. Ich habe festgestellt, dass ich einen ziemlichen Shanghai Akzent habe und, dass das nördliche Mandarin doch etwas abweicht vom mittleren. Einige Phrasen waren mir unbekannt, aber auch meine Verlobte meinte, dass sie einige Wörter untereinander nicht kennen würden.

Nichts desto trotz, hatten wir Spaß und sämtliche mir eingetrichterte Redewendungen konnte ich anwenden. Unsere Gäste waren sichtlich amüsiert.

Nach dem Essen wurde dann ein Spiel gespielt, welches von Deutschen erdacht, wie fuer Chinesen gemacht scheint: Bohnanza. Falls die werte Leserschaft es noch nicht kennt, soll kurz erklärt werden, dass bei Bohnanza Bohnen angebaut werden und mit Bohnen gehandelt wird um möglichst viel Profit aus dem Bohnenanbau zu schlagen. Da die Regeln dem Spiel nur einen simplen Rahmen geben, und als Spielelemente nur Karten benötigt werden, ist die Erklärung innerhalb von 10 Minuten getan und man kann spielen.

Es war eine Augen- und Ohrenweide, um zu hören, unsere Gäste und Li miteinander und mir feilschten. Dabei scheinen Frauen doch noch etwas härter, oder wir Männer mit unseren Frauen großzügiger zu sein, denn letztlich schaffte ich es auf den dritten Platz.

Will man es etwas ruhiger haben (Kindergeburtstag), sollte man “Set” spielen. Auch bei diesem Spiel sind die Regeln simpel, das Spiel an sich umso spannender.

Es scheint, dass auch die Chinesen eine Ader zum zocken haben. Wie ist eure Erfahrung mit der “deutschen Leidenschaft” des Brett-/Gesellschaftsspiels und chinesischen Freunden und bekannten?

Allerlei veränderliche Chengyu (7)

Ich möchte diese Folge nutzen, um zu rekapitulieren, was wir in den letzten Wochen besprochen haben. Ich habe vor allem davon gesprochen, dass Chengyu relastiv feste Fügungen sind, und dann allerlei Gegenbeispiele gebracht. Ich möchte jedoch nochmal unterstreichen, dass diese alle unter die Rubrik “die Ausnahmen bestätigen die Regel” fallen. Denn grundsätzlich bleibt dieses Prinzip ja bestehen, denn man kann eben nicht, wie man lustig ist, die Zeichen austauschen, sondern nur unter ganz bestimmten Bedingungen, wenn es sich entsprechend etabliert hat. Ich möchte die verschiedenen Typen noch einmal kurz aufführen:

1. Der Typ 揠苗助长 yàmiáo-zhùzhăng

 Unter bestimmten Umständen kann ein einzelnes Zeichen durch ein anderes Zeichen ähnlicher Bedeutung ausgewechselt werden, in diesem Fall: 拔苗助长 bámiáo-zhùzhăng. Austausch eines einzelnen Zeichens ähnlicher Bedeutung: Synoymie.

2. Der Typ 前车之鉴 qiánchē zhī jiàn

Manchmal gibt es verschiedene Chengyu gleicher Bedeutung, die den klassischen Text auf verschiedene Weise zusammenfassen. Dies ist vergleichbar zu Typ 1, da als Ergebnis ein synoymes Chengyu steht, aber weder muss es auf ein Zeichen beschränkt sein, noch müssen diese Zeichen eine ähnliche Bedeutung haben. In diesem Fall gibt es, wie in dem Beitrag beschrieben, viele verschiedene Varianten, u.a. 覆车之鉴 fùchē zhī jiàn. Synonymie. 

3. Der Typ 师出有名 shīchū-yŏumíng

Bei manchen Chengyu kann man ein Zeichen austauschen und erhält ein Chengyu mit gegenteiliger Bedeutung. In diesem Fall wäre dies 师出无名 shīchū-wúmíng. Austausch eines Zeichens mit gegenteiliger Bedeutung: Antonymie.

4. Der Typ 以德报怨 yĭdé-bàoyuàn

Bei manchen Chengyu kann kann zwei Zeichen gegenseitig auswechseln, in der Regel die Zeichen an 1. und 3. Stelle bzw. an 2. und 4. Stelle und erhält dann ebenfalls ein Chengyu mit gegenteiliger Bedeutung. In diesem Fall wäre dies 以怨报德 yĭyuàn-bàoyuàn. Die Zeichen an 1. und 3. Stelle bzw. an 2. und 4. Stelle werden gegeneinander ausgetauscht, und ergeben ein Chengyu mit gegenteiliger Bedeutung. Antonymie.

Diese Woche möchte ich einen neuen Typ vorstellen.

5. Der Typ 离乡背井 líxiāng-bèijĭng

离乡背井 líxiāng-bèijĭng “der Heimat den Rücken zukehren” besteht aus zwei Teilen, zum einen  离乡 líxiāng bedeutet “die Heimat verlassen” und zum anderen 背井 bèijĭng “dem (heimatlichen) Brunnen den Rücken zuwenden”. Viele Chengyu bestehen aus zwei Teilen, die eine ähnliche Bedeutung aufweisen, und es kann durchaus vorkommen, dass hier die Reihenfolge umgekehrt werden kann. Im vorliegenden Fall ist nämlich auch die Variante  背井离乡bèijĭng-líxiāng recht häufig. Ein weiteres Beispiel stellt 两袖清风 liǎngxiù-qīngfēng dar, welches gelegentlich auch 清风两袖 qīngfēng-liǎngxiù  sein kann. Dieses Chengyu bedeutet wörtlich “frischer Wind in beiden Ärmeln” und hatte eine ursprünglich durch und durch positive Bedeutung, dass ein Beamter unbestechlich ist und sozusagen kein schmutziges Geld in den Ärmeln versteckt. Es kann aber neuerdings auch negativ verwendet werden in dem Sinne, dass das Gehalt des betreffenden Beamten (man stelle sich einen Dorfschullehrer in der Provinz vor) so gering ist, dass er von der Hand in den Mund lebt.

Viele Chengyu lassen sich in dieser Form “auf den Kopf stellen”. Dies ist aber nicht zwingend ein Gegenargument gegen die Eigenschaft von Chengyu als feste Fügungen, denn auch hier gilt es, jeden Fall für sich zu betrachten. Selbst wenn logisch betrachtet eine umgekehrte Reihefolge der Elemente einen Sinn ergeben würde, so kann es im tatsächlichen Sprachgebrauch doch so sein, dass eine Variante um ein Vielfaches gegenüber anderen Möglichkeiten bevorzugt wird. Dies muss man stets mit Hilfe eines guten Chengyu-Wörterbuchs überprüfen. Austausch der ersten beiden Zeichen mit den letzten beiden Zeichen, keine Bedeutungsveränderung. Synonymie.

Hier noch zwei Beispiele für die beiden verschiedenen Nuancen des chengyu 清风两袖 qīngfēng-liǎngxiù, zunächst mit positiver Konnotation:

我们的总统以清廉著称,他任职期间两袖清风,得到当地百姓的称颂与爱戴.
Wǒmen de zǒngtǒng yǐ qīnglián zhùchēng, tā rènzhí qījiān liǎngxiù-qīngfēng, dédào dāngdì bǎixìng de chēngsòng yǔ àidài.
Unser Präsident war bekannt für seine Aufrichtigkeit, und hatte während seiner gesamten Amtszeit eine weiße Weste vorzuweisen, was ihm das Lob und die Zuneigung der dortigen Bevölkerung einbrachte.

Und mit negativer Konnotation:

他只是偏僻乡下的一个穷老师,教书十几年还落得个两袖清风,依然住着祖先留下来的三间土房屋。
tā zhǐ shì piānpì xiāngxià de yīge qióng lǎoshī, jiāoshū shí jǐnián hái luòde ge liǎngxiù-qīngfēng, yīrán zhù zhe zǔxiān liúxiàlái de sānjiān tǔfángwū.
Er war lediglich ein armer Schullehrer in einem entlegenen ländlichen Gebiet, und obwohl er schon mehr als zehn Jahre dort unterrichtete, lebte er stets von der Hand in den Mund, und wohnte immer noch im Haus seiner Vorfahren, einem Lehmziegelhaus mit drei Zimmern.

Guided (3)

Der Umstieg auf “Guided” hat nicht dazu geführt, dass sich mein Chinesisch sprunghaft verbessert hätte. Was für eine Überraschung :-P

Dafür nehme ich mir letztlich zu wenig Zeit, um die Lektionen meines “Lesson Plan” durchzuarbeiten. Irgendwie passt mir eine solche Paukerei auch nicht zu dem, was in den Podcasts von Ken Carroll immer wieder unterstrichen wird: Keine Textbuchlektionen, sondern Lernen durch Kontext und Immersion. Ich habe zwar Ziele, aber ich muss nicht innerhalb einer bestimmten Frist etwas nachweisen. Stress habe ich anderweitig genug.

In den letzten Wochen habe ich die wöchentlichen Gespräche für Fragen genutzt und mich nebenbei gefreut, dass ich auf Chinesisch skypen kann. Die Antworten haben mir geholfen und auch unterstrichen, dass meine Lehrerin entsprechend professionell unterwegs ist. Sie hat mir mit Regeln und Beispielen geantwortet, die ich zumindest verstanden habe. Die Verinnerlichung, Anwendung und Übertragung sind dann wieder mein Problem.

Da liegt dann auch vielfach der Hase im Pfeffer: Verstehen ist das Eine, Anwendung ist das Andere und das Einprägen ist das Nächste! Neben dem Hören und Lesen will ich auch das Schreiben lernen. Tollerweise kann ich meine Vokabeln zu Skritter importieren, so dass ich die neu gehörten Vokabeln auch schriftlich erlernen kann. Das geht dann allerdings nicht so schnell wie beim Hören und Sprechen - wenn man bei meiner Geschwindigkeit von Schnelligkeit sprechen kann!

Irgendwie habe ich die Hoffnung, dass durch die zusätzlichen Kanäle - Schrift und eigenständiges Sprechen - neben dem Hören und Nachsprechen etwas mehr hängenbleibt, so dass nicht nur meine Retention Rate bei Skritter ansteigt, sondern meine generellen Chinesischkenntnisse zunehmen.

Auge um Auge, oder Backe für Backe? (6)

Wieder eine Weisheit aus den Analekten, der 36. Vers aus dem 14. Kapitel:

或曰:“以德报怨,何如?”子曰:“何以报德?以直报怨,以德报德。”

Jemand sagte: “‘Beschwerde mit Tugend vergelten’, was sagt Ihr dazu?” Konfuzius sprach: ”Und wie sollte Tugend vergolten werden? Vergelte Beschwerde mit Ehrlichkeit und Tugend mit Tugend.”  

Klar, dass das Chengyu hierzu 以德报怨 yĭdé-bàoyuàn lautet. Die Konstruktion ist folgendermaßen: mit (以 yĭ) 德  auf 怨 yuán reagieren (报 bào). 德 dé kann je nach Kontext mit ’Tugend, Freundlichkeit’ usw. wiedergegeben werden, während 怨 yuàn für ‘Beschwerde, Unfreundlichkeit, Unrecht’ steht. Dieses Chengyu steht also für das Prinzip, Unrecht mit Freundlichkeit zu vergelten, so ähnlich wie das Jesus-Wort von den Backen. Wenn wir uns nun die Stelle in den Analekten genauer ansehen, sehen wir allerdings, dass Konfuzius lediglich nach dem Prinzip von 以德报怨 yĭdé-bàoyuàn gefragt wurde, aber dies gar nicht befürwortet. Vielmehr sagt er ja, 以直报怨,以德报德 yĭzhí-bàoyuàn, yĭdé-bàodé ‘Vergelte Unrecht mit Aufrichtigkeit/Gerechtigkeit, und vergelte Tugend mit Tugend’. Das erstere geht eher in die Richtung des vortestamentarischen “Auge um Auge, Zahn um Zahn” (was auf chinesisch übrigens 以眼还眼,以牙还牙 yĭyăn-huányăn, yĭyá-huányá heißt). Dieser Beitrag beklagt sich über die konfuzianische Verschwörung, die Konfuzius fälschlicherweise das Wort von 以德报怨 yĭdé-bàoyuàn in den Mund gelegt habe. Das mag ja stimmen, aber das ändert nichts an der Interpretation des Chengyu selbst. Denn der Fragende meint ja das Prinzip ‘Unrecht mit Freundlichkeit zu begegnen’, und es scheint ja tatsächlich so zu sein, dass Konfuzius nicht zustimmt. Und wenn wir das Wörterbuch befragen, sehen wir, dass auch Konfuzius’ Antwort es zu Chengyu-Status geschafft hat, und zwar gleich zu deren zwei: 以直报怨 yĭzhí-bàoyuàn ‘Unrecht mit Gerechtigkeit zu begegnen’, und 以德报德 yĭdé-bàodé ‘Freundlichkeit mit Freundlichkeit vergelten’. Ob die Verschwörung darin besteht, dass  以德报怨 yĭdé-bàoyuàn das von den dreien am häufigsten verwendete Chengyu ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Während diese drei obengenannten alle direkt aus dem zitierten Vers der Analekten stammen, möchte ich jetzt zu einem erneuten Beispiel der Veränderlichkeit von manchen Chengyu kommen. Wenn wir das 2. und 4. Zeichen in 以德报怨 yĭdé-bàoyuàn einfach mal miteinander austauschen, erhalten wir als Ergebnis 以怨报德 yĭyuàn-bàodé ‘Freundlichkeit mit Unrecht vergelten’, wir erhalten also ein Chengyu, das so ziemlich genau das Gegenteil vom ursprünglichen Chengyu bedeutet. 以怨报德 yĭyuàn-bàodé geht in die Richtung von deutschen Redewendungen wie “die Hand beißen, die einen füttert” und “am Ast sägen, auf dem man sitzt”.

Beispiele aus der chinesischen Presse:

你看,警察没有告你抗法袭警扰乱治安,反而给你积极付医疗费,这又是一种什么样的以德报怨

nĭ kàn, jĭngchá méi yŏu gào nĭ kàngfă xíjĭng răoluàn zhìān, făn’ĕr gĕi nĭ jījí fù yīiáofèi, zhè yòu shì yīzhŏng shénmeyàng de yĭdé-bàoyuàn?

Sie sehen, die Polizei hat Sie nicht der Widerstand gegen die Staatsgewalt oder der Störung der öffentlichen Ordnung beschuldigt, sondern gibt Ihnen sogar noch das Geld für die ärztliche Behandlung, das ist doch eine Art, Unrecht mit Tugend zu vergelten! (Quelle)

以怨报德指责中国的墨西哥女外长

yĭyuàn-bàodé zhĭzé Zhōngguó de Mòxīgē nǚ wàizhăng

Die mexikanische Außenministerin, die Freundlichkeit mit Unfreundlichkeit vergeltet. (Quelle

Ein ähnliches Prinzip haben wir in den Chengyu gesehen, die Henning einmal in einem Kommentar eingebracht hat: 事倍功半 shìbèi-gōngbàn ”mit halbem Aufwand das Doppelte erreichen”, was mittels des Austauschs des 2. und 4. Zeichens zu dem glatten Gegenteil wird: 事半功倍 shìbàn-gōngbèi.

Übrigens stammt dieses Chengyu aus dem Mencius und hat einen interessanten Hintergrund, interessant genug, dass ich doch einen kurzen Exkurs hierzu machen möchte: Mencius spricht mit Gōngsūn Chòu 公孙丑 darüber, ob er den Staat Qi besser als den legendären Kanzler von Qi, Guăn Zhòng 管仲, regieren würde. Mencius weist Gongsun Chou zurecht, dass er solche Vergleiche nicht anstellt und es zudem in den heutigen Zeiten kein großes Problem darstellen würde, Qi zum Königreich zu erheben. Hierzu müssen wir ein wenig die Anfänge der chinesischen Geschichte Revue passieren lassen: die Zhou-Dynastie, die die vorhergehende Yin-Dynastie (auch als Shang bekannt) stürzte, tat dies unter enormen Anstrengungen. König Wén begann mit einem kleinen Territorium, und erst seinem Sohn König Wu war im Jahre 1046 v. Chr. der Triumph vergönnt, das Mandat des Himmels zu erlangen. Mencius lebte nun fast 700 Jahre später. Die Zhou-Dynastie stellte immer noch den König, aber ihre Macht hatte bereits seit der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen im 8. Jh. v. Chr. angefangen abzunehmen (vergleichbar dem deutschen Kaisertum). Zu Lebzeiten Mencius’ befanden wir uns im Zeitalter der Streitenden Reiche, in dem das Königstum vollends seine Macht verloren hatte, und die Fürstentümer, die ursprüngliche als Lehen vom König der Zhou verliehen worden waren, anfingen, die Vorherrschaft untereinander auszufechten (was ja bekanntermaßen später mit der Vereinigung Chinas durch den ersten Kaiser der chinesischen Geschichte enden sollte, mit Qin Shi Huangdi im Jahre 224 v. Chr). Unter diesen Umständen begannen auch mehrere Fürsten, sich König zu nennen, wie der in einem vorherigen Beitrag erwähnte König Fúchāi 夫差 von Wú. Mencius liefert nun die Rechtfertigung für solche Handlungen: in diesen Zeiten, in denen die alte Königsgewalt dermaßen darnieder liegt, kann vom Zhou-Königtum kein Widerstand erwartet werden, und in den heutigen Zeiten, wo dermaßen viele Menschen unter Tyrannei leiden, kann auch kein Herrscher dermaßen weit entfernt vom wahren Königtum sein.

Daher geht dies nur in Zeiten wie diesen, dass man mit den halben Anstrengungen der Vorfahren doppelt so viel wird erreichen können wie diese. 

故事半古之人,功必倍之,惟此时为然。

(Quelle)

Jeder Feldzug sollte einen Namen haben (5)

Das Buch der Riten (礼记 Lĭ Jì) gehört zum Kanon der konfuzianischen Lehre und wird Konfuzius zugeschrieben. In dem Werk geht es um soziale Verhaltensweisen und Rituale, wie sie in der Zhou-Dynastie zur Zeit der Streitenden Reiche üblich waren. Es dient auch als Beschreibung des Regierungssystems der damaligen Zeit. Eine Geschichte aus dem Li Ji erzählt nun, wie einmal im 5. Jh. v. Chr. die Truppen des Staates 吳 in den kleinen Staat Chén 陈 einfielen.  Die Truppen des Königs Fúchāi 夫差 verwüsteten religiöse Stätten, töteten Aussätzige und nahmen alte Leute gefangen. Als die Truppen wieder nach Wu zurückgekehrt waren, wurde der Kanzler von Chen,  嚭, zu den Truppen von Wu geschickt. Als er zum König Fuchai vorgelassen wurde, fragte dieser ihn 

Ein Feldzug muss einen Namen haben. Was für einen Namen haben die Menschen diesem Feldzug gegeben?

师必有名,人之称斯师也者,则谓之何? 

 Und Pi antwortete: “es war nicht üblich von alters her, dass angreifende Armeen die religiösen Stätten verwüsteten, die Aussätzigen töteten und die Alten gefangennahmen. Nennen sie es nicht den Feldzug des Aussätzigentötens?” Darauf sagte der König: “Wenn wir euch euer Gebiet und die Gefangenen zurückgeben würden, was würdet ihr es dann nennen?”

Daraufhin Pi: ”Oh Herrscher und König, Ihr habt die Sünden unseres armen Staates geahndet. Wenn Ihr nun Gnade zeigen solltet und die Sünden vergeben solltet, wäre der Feldzug noch ohne seinen (richtigen) Namen?” 

曰:“君王讨敝邑之罪,又矜而赦之,师与,有无名乎?” 

Von dieser Geschichte stammen gleich zwei Chengyu 师出有名 shīchū-yŏumíng und 师出无名 shīchū-wúmíng. 师 shī steht hier also für “Truppen, Heer”, und nicht “Lehrer”. Das erste bedeutet soviel wie “das Ausrücken der Truppen hat einen Namen”, und das zweite “das Ausrücken der Truppen hat keinen Namen”. Die konfuzianische Lehre dahinter ist wohl, dass man die Truppen nicht ausrücken lassen soll, ohne eine rechten Grund dafür zu haben. Die Doktrin vom bellum iustum scheint in dieser Hinsicht recht ähnlich zu sein.

Noch ein paar geschichtliche Bemerkungen am Rande:

  • der Staat Chen, in der Gegend um das heutige Henan und Anhui herum, gelegen, war klein und spielte nie eine große Bedeutung in der chinesischen Geschichte Im 5. Jh v. Chr. wurde es vom mächtigen Staate Chŭ 楚 annektierte, woraufhin viele Bewohner den Namen ihres einstigen Staates als Familiennamen annahmen. 
  • der König Fuchai vom Staate Wu spielt in dem wichtigen Konflikt der Zeit der Streitenden Reiche zwischen Wu und Yue eine Schlüsselrolle, was wiederum zur Bildung von mehreren Chengyu geführt hat.

Zwei Anwendungsbeispiele. Wie das zweite Beispiel zeigt, muss es nicht immer um Krieg gehen, solange es sich um Maßnahmen handelt, bei denen es einen gewissen Rechtfertigungsdruck gibt:

试想真的本·拉登已死,美国反恐战争便师出无名了。

shìxiăng zhēnde Bĕn Lādēng yĭ sĭ, Mĕiguó fănkŏng zhànzhēng biàn shīchū-wúmíng le.

Man stelle sich vor, wenn Bin Laden wirklich schon tot wäre,dann hätte der amerikanische Antiterrorkrieg auch keine Rechtfertigung mehr. (Quelle)

年度降价:怎样才能师出有名?
niándù jiàngjià: zĕnme cái néng shīchū-yŏumíng?
Jährlich sinkende Kosten: wie man diese rechtfertigen kann (Quelle)




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